Altersvorsorgetag im Zakk! Einer der heißesten Tage dieses Jahres und ich geh´ auf´n Konzert… Warum tu ich mir so was an? Mein Körper sehnt sich nach einem kühlen Lüftchen, einer erfrischenden Brise, irgendeiner Kühlmöglichkeit, gerne auch einem Kühlschrank, aber nein: ich geh auf´n Konzert! Aus Solidarität? EA80 spielen an diesem Abend ein „Solikonzert in eigener Sache“. Am 22.11.2014 kam es nach einem Einbruch im Alten Kolpinghaus in Mönchengladbach, zum Diebstahl von Gitarren, Verstärkern und Effektgeräten. Die Diebe hinterließen einen verwüsteten Veranstaltungsraum: das von ihnen versprühte Feuerlöschpulver verdreckte den Veranstaltungsraum bis in die letzte Ritze und sorgte für einen Sachschaden in vierstelliger Höhe, der nicht in jedem Fall durch Versicherungen gedeckt war. Zwischenzeitlich besitzen die Musiker neues Equipment, nur Nico besitzt sein altes Drumset noch, da er es nach dem damaligen Auftritt direkt im Auto eines Freundes verstaut hatte.

Es sind so 500-600 Leute, schwer zu sagen, da auch während des Konzerts (wie leider viel zu oft) Leute auf der Straße, bzw. im Biergarten sitzen. Tatsächlich sind die Luftverhältnisse während des Konzertes vollkommen ertragbar, gut für Bassist Oddel, der vom ersten bis zum letzten Lied komplett verschleiert auftritt. Relativ am Anfang manifestiert „Fliegen“ seinen Ausnahmestatus und wird originalgetreu brachial vorgetragen: ein absoluter Höhepunkt, der dieses Konzert magisch werden lässt. Schade, dass Stammmischer Bolle nicht da ist, so müssen die Zuschauer ziemlich textsicher sein, den Gesang kann man nämlich leider kaum verstehen. Nach einer Dreiviertelstunde geht es in die Pause, die viele dazu nutzen, um am Plattenstand die „aktuelle“ Single „Gladbach soll brennen“ abzugreifen – für 25€! Aus Solidarität? Nee, wohl eher aus Altersvorsorgegründen. Diese 7“ ist wie der magische Ring, in dessen Nähe jeder nur noch an sich selber denkt. So mancher kauft mehrere und wird sie bei passender Gelegenheit weiter verkaufen. Seit ich das Ding habe, frag´ ich mich: verkaufen oder auflegen? Verkaufen oder auflegen?

Beim zweiten Set dauert es drei Stücke, bis der Saal wieder so voll ist, wie zuvor, was irgendwie ´ne harte Nummer ist. Nichts für Weicheier ist außerdem die Pogozone vor der Bühne, aus der mir und Robert Bahr irgendwann Philip Nußbaum freudestrahlend entgegen torkelt: „Ich hab´ mit Martin gepogt!“, sabbert es mir schweißüberströmt entgegen und ich gratuliere ihm: er ist ein Held! „200 Meter und danach“ beendet das reguläre Konzert und man ahnt nicht Schlimmes, aber da entern DIE STRAFE die Bühne und spielen ein neues Stück ihres gerade fertig aufgenommen Albums: was will man mehr!? Zur Rückreise möchte ich euch abschließend noch folgende Empfehlung aussprechen: wenn jemand sagt „Roman kennt den Weg!“, verlasst euch nicht drauf, sondern erforscht eure Gefühle! / Marko Fellmann

2015-07-03 EA80 Düsseldorf Zakk 01

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