Klotzs 2015 Hinweis in eigener Sache

Freude schöner Götterfunken! KLOTZS liefern ab und veröffentlichen die vielleicht besten Songs ihres bisherigen Schaffens. Es ist der vierte Longplayer des Siegener Duos und es ist wieder eine Konzeptplatte geworden. Das erste Lied „Hinweis in eigener Sache“ ist in seiner punktierten Vertracktheit schräg genug, um ein guter KLOTZS-Opener zu sein. Und es ist ein Mutmachersong, vielleicht sogar ein Anti-Schreibblockade-Song. „Herr Z“ ist eine Instrumentalnummer, die eine Atmosphäre hat, die mich mitunter an das Vorgängeralbum „Schwarzer Planet“ erinnert; hätte da jedenfalls gut drauf gepasst, hat was spaciges, oder meinetwegen RADIOHEADiges. „Blender“ punkrockt rabiat alles weg, was im Weg steht und der Sambateil ist der Wahnsinn, einfach unglaublich gut. „Hausboot“ erinnert an das 2001er-Album „M“, an die ruhigen Momente und das Drängende der schnellen Nummern, die dich nieder wälzen, wenn du die Platte laut hörst.

Nachtschwärmer“ ist der pure Hit! Großartiger Groove, versunkene Gesangslinie mit formal und inhaltlich starkem Text („Wir kleiden uns in Dunkelheit, die Nacht bricht an, wir sind bereit, für alles was geschehen mag, ein Leben für die Nacht“), seltsame Gitarreneffekte im Hintergrund, fast schon disharmonisch, spaciger Synthesizer und nach dem lauten Refrain wieder zurück in den Groove, das ist alles wahnsinnig stark! „M.I.A.“ (a.k.a. „Meine innere Abscheu“) ist ein wahnsinniges Rock´n Roll-Brett, das wird Live mörderisch abgehen! Wer macht denn da die zweite Stimme im Mittelteil? Bei den ersten Takten von „Reklusen“ denke ich unmittelbar an BLUMFELD, auch wenn das dann ab der ersten Strophe spätestens nicht mehr gilt. Wieder ein Befindlichkeitstext „Ich zieh´ die Kopfhörer auf, ich schotte mich ab: Welt lass mich in Ruh`!“ „Zirkeltraining“ lebt durch seine komplette Andersartigkeit, klingt wie ein Remix, ist total interessant und befremdlich mechanisch. Die LP erscheint bei Major Label auf farbigem Vinyl limitiert, ansonsten in schwarz, mit einem Schlitzcover, Textblatt und Downloadlink. / Marko Fellmann

majorlabel.de

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