Ben Racken 2016 Dreieinhalb front

Ob nun Mini-Album oder Maxi-Single: „Dreieinhalb“ ist mehr als der Titel suggeriert, nämlich eine klasse, vollwertige und tagespolitische 12“-Platte! Das beginnt mit dem Soldatenheimkehrerlied Dann kehrt er heim“, geht über Lampedusa“ (raffen sie das bitte: „Selbst der Tod ist besser als alles!“) und endet auf der A-Seite hochpersönlich bis depressiv mit dem LSK-Cover „Manches Mal“, übrigens ohne Schlagzeug und Bass, was ungewöhnlich ist, aber letztendlich kaum auffällt, weil auch hier wieder die BEN RACKEN-typischen tiefen Gesänge hängen bleiben. Und bevor ich es vergesse: was für ein wunderschönes Artwork!

Die zweite Seite wird mit nervöser Rhythmusgitarre eröffnet: „In Mir“ klingt neu, wenn der Text auch das alte Dilemma bestätigt. „Happy Birthday Mr. President“ shuffelt sich sofort ins Herz und entwickelt sich zum punkigsten was die drei Magdeburger bis dato veröffentlicht haben, obwohl es mich in den ersten Sekunden immer an „Radar Love“ erinnert, was natürlich Blödsinn ist, aber die musikalischen Veränderungen infolge des Schlagzeugerwechsels manifestiert. Irgendjemand ließ die Hunde los“ treibt mächtig und groovt sich durch ein langes waviges Intro. Als Rausschmeißer noch eine verhardcorte „Lampedusa“-Variation, bei der ENRICOs Ivo singt (jedenfalls nicht Tuba). Shit! Habe ich schon gesagt, dass ich BEN RACKEN zum niederknien liebe? / Marko Fellmann

benracken // 18:52 //

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