Vomit Heat 2016 Spirit Desire front

VOMIT HEAT? Noch nie gehört! Vollkommen unbekannt bis dato. Aber dann legst du die Platte auf und dein Zimmer verwandelt sich in einen David Lynch-Film, nämlich in die traumwandlerisch träumerischen Sequenzen, die du nicht erklären kannst, weil sie deine Seele im Innersten berühren. VOMIT HEAT ist keine Band, sondern Nils Herzogenrath aus Essen. Dieser hat mit dieser Platte seine von 2008 bis 2015 gesammelten Homerecordings jetzt hübsch finishen lassen, was nötig war, da die Umstände und Orte der vorliegenden Aufnahmen über die Jahre variierten. Dadurch haben die vorliegenden Aufnahmen keinen einheitlichen Grundsound, sondern unterscheiden sich enorm, was aber wiederum dem „Spirit Desire“ der Gesamtatmosphäre zugutekommt. Das Artwork ergänzt den biografischen Charakter der Produktion: ob das Covergirl wohl die besungene „Miriam“ ist?

Die Platte entführt dich einerseits zurück in die Milleniumphase, in der Samplecollagen Einzug in die Welt von Electronic Beats- und Big Beat-Produktionen hielten, andereseits beruft sich „Spirit Desire“ auf Shoegaze und Noise und es ist genau diese Mischung, die die Beschäftigung mit dieser Platte zu einer psychedelischen Reise macht. Die Musik von VOMIT HEAT verströmt eine unwirkliche Leichtigkeit, die dir immer wieder suggeriert, dass alles o.k. ist, dass du dir keine Sorgen machen brauchst, solange nur diese Platte läuft. „Wrong Place“ ist eine pure THE JESUS AND MARY CHAIN-Verbeugung. Warnende Stimmen, mal gesungen, mal gesprochen, werden von den repetitiven Arrangements verschluckt, aber es gibt sie! Sie laden dich ein, mitzukommen und die Schönheit in dieser Musik wahrzunehmen. / Marko Fellmann

anaott/ // 40:55 // vomitheat

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