2016-04-03 FRANA - OPILIONES - Split (EP)

FRANA habe ich als Stammgast der bLUnOISE-Feste schon länger auf dem Schirm. Ein Haufen herzensguter Menschen deren 2015er EP-Debüt „Odds and Ends“ mich in seiner Mischung aus Alternative-, Stoner- und Noiserock voll überzeugt hat. Hier nun also der neueste Output, übrigens gelabelt als Italo-Kraut-Post-Hardcore aus München und Mailand, was eigentlich alles sagt. OPILIONES hingegen sind aus Aschau am Inn und haben bereits 2014 „The Heart of Harvestman“ (CD, 14 Lieder) und 2014 „Constant Doubt“ (7“, 4 Lieder) veröffentlicht. Beide Bands verbindet der englischsprachige Gesang, sowie der Hang zum Alternative-Sound der Neunziger Jahre, deswegen haben sie auch schon öfters zusammen Konzerte gespielt, woraus wiederum die Idee zu der vorliegenden Split-EP entstand.

Beim Opener „Slumping at the rate of yawn“ erinnern mich FRANA stark an THE INTERNATIONAL NOISE CONSPIRACY, nur ohne Orgel, bzw. es ist so: die instrumentale Musik besitzt bereits genug Dynamik, Relevanz und Dramatik um für sich dazustehen. Setzt dann der Gesang ein, wird es zum Song, allerdings nicht im klassischen Strophe/Bridge/Refrain-Format, sondern der Gesang setzt sofort ein, verschwindet aber nach eineinhalb Minuten und gibt den Weg frei für gut zwei Minuten Instrumentalwahnsinn, der einfach beeindruckt, weil man hier allen Beteiligten die pure Spielfreude anmerkt! Lucas Texte sind introspektive Ventile „all the way down to lake apathy“. Danach startet „You’d be so scared on the Treno Fantasma“ stimmungsvoll schräg und präsentiert sich beim Einsetzen des Gesangs als formidabler Hit, der allerdings nach dem ersten Refrain bereits endet, hat was von AT THE DRIVE-IN, aber ohne Bixler-Gekreische, toller Song! Bei den OPILIONES fällt sofort der insgesamt bessere Sound auf, fette Toms treffen auf fetten Bass: leichtes Spiel für die Gitarre, die atmosphärisch die Marschrichtung vorgibt. Bevor bei „No Magic“ der Gesang einsetzt wird sich erstmal instrumental ausgetobt, was eine ziemliche Power entwickelt und durch den Gesang dann gesteigert wird. „Stoa“ funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip, ist allerdings mehr Song und wird durch den Gesang dominiert.

Fazit: Split-EPs sind eh cool, kann man mal machen! Insgesamt eine hübsche EP mit einem tollen Artwork und Downloadcode auf schnieken 33rpm. / Marko Fellmann

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