Coverartwork_WeVeGotMuscles_EP

Wenn ich WE´VE GOT MUSCLES höre, muss ich immer an mein seit Jahren gekündigtes Visions-Abo denken. Genau solche Musik wurde dort, solang ich mich erinnern kann, monatlich in allen Facetten gefeatured, natürlich auch auf den CD-Beilagen. Da gab es immer eine Menge zu entdecken und das Noiserocktrio WE´VE GOT MUSCLES aus Köln hätte auch eine dieser Entdeckungen sein können.

Jetzt haben wir 2017 und das Instrumental-Trio hat sich seinen Traum erfüllt und die erste EP im Stöhr Sound Studio aufgenommen. Damit verknüpft ist die Idee der reinen Liveaufnahme, allerdings unter Studiobedingungen und ohne Publikum. Produziert wurde „Haellstroem“ an einem Tag Ende März 2017 von Ralf Rock, der bereits in den letzten zwei Jahren notgedrungen den alten bLUnOISE-Kahn weitestgehend ohne Guido Lucas manövrieren musste und schon mehrfach bewiesen hat, was er drauf hat. Lucas´ Beitrag zu „Haellstroem“ lag lediglich im Mastering, dennoch hat der kürzlich verstorbene „Noise-Papst“ in den wenigen Stunden gemeinsamen Tuns bleibenden Eindruck bei den DIY-Nerds von WE´VE GOT MUSCLES hinterlassen. Christian Noacks Gitarre ist verspielt und melodiös, technisch anspruchsvoll und im Sound absolut entdeckenswert. Thomas Gruner liefert am Schlagzeug fundamentale Basisarbeit und Henner Papies aufwendige Bassspielereien dröhnen mächtig aus den Boxen. Die Kompositionen sind allesamt episch, melodisch und vor allem instrumental. Dabei gibt sich die Musik zugänglich, ohne sich anzubiedern, versunken in Dramatik und noisig genug, um schräg zu sein. Die Titel haben Fantasienamen wie z.B. „The Kraken´s Got Tattooed Tentacles“ und die Songs haben in all ihrer Schrägheit eine hitverdächtige Zugänglichkeit. „Haellstroem“ erscheint mit einem feinen Artwork als schwarze 10“ und hat vier Tracks in knapp 20 Minuten. Das alles in einer 500er Auflage über das neue Stöhr Sound-Label. Beim Auftritt direkt neben der Band zu stehen und diese musikalische Kraft zu spüren, war ein beeindruckendes Erlebnis! Wenn man die Platte extrem laut hört, kommt das dem Konzertsound sehr nah! / Marko Fellmann

stöhrsound // 19:31 // wevegotmuscles