Noseholes 2017 Danger Dance

Schräg! Knapp ein halbes Jahr nach der Debüt-7“ veröffentlichen NOSEHOLES ihr erstes Album „Danger Dance“ parallel in Deutschland und England und dabei ist das Hamburger Quartett (Ex-DAS ENDE) noch recht frisch bei der Sache: der erste Auftritt wurde im November 2017 absolviert und die meisten Songs wurden an nur zwei Tagen von Kristian Kühl aufgenommen. Der titelgebende erste Track „Danger Dance“ beginnt gemäßigt und zurückhaltend, groovt sich aber kontinuierlich ins schwarze Herz. Basis ist eine klassische Triobesetzung mit Gitarre/Bass/Schlagzeug plus Gesang. Geboten wird postpunkiger No Wave mit Undergroundcharme, tanzbar, mitsingbar, dabei allerdings nicht zwingend melodisch und nach der großen Hook hechelnd: stadionkompatible Refrains kann man hier lange suchen.

Zentral sind Steve Somalias dominant groovende Basslinien, die durch Tobis Gitarre mal funky, mal spacy, jedenfalls möglichst crazy ergänzt werden. Sängerin ZooSea Cide gibt der ganzen Sache einen Roadmoviecharakter mit Wiedererkennungswert, wobei ihre Gesangsstimme stets agitiert und sich dominant im Bandgefüge platziert. „Lush Box“ klingt enorm nach 1981 und ist ein verdammter Hit („Honey in the mouth, cocaine in the brain, hey!“)! „Styling“ benutzt ein ähnliches Schema, wird aber von einer ziemlich abgefahrenen Gitarre dominiert. „Yelzins Affair“ ist ein seltsames Gegeneinander im gejammten Miteinander, über das ZooSea improvisierte, geheimnisvolle pseudo russische Strophen spricht. „Ex Driver“ kommt enorm abgefahren mit Echogitarre im Refrain. Der immer noch ziemlich schräge Stampfer „Bed Smoker“ brilliert mit sehr coolen Basslinien und einer vielschichtigen Gitarre, die gelegentlich nach Orgel klingt: ein Hoch auf Fußpedale! „Aspirin Nation“ beendet instrumental und improvisierend mit „Lost Highway“-Gedächtnis-Saxofon-Solo die leider viel zu kurze Platte! Da hätte man ruhig noch „Noseholes“ und „Drug Owner“ von der EP drauf packen können, aber gut, so isses jetzt! Arte kann kommen! / Marko Fellmann

chuchurecords // harbingersound // xmist // 16:29 // noseholes