Gad Whip 2018 Post Internet Blues

Es gibt nichts zu feiern! GAD WHIP vertonen die große britische Depression und verweigern sich allen gängigen Schubladen und Kategorien. Ihr Backkatalog besteht seit 2014 aus DIY-Tapes und einer 12“-EP, weitestgehend ohne öffentliche Reputation. Beim ersten Hören dachte ich, dies sei ein Ein-Mann-Projekt und war ziemlich überrascht, dass es sich dann doch um eine Band handelt.

Aufgenommen wurde „Post Internet Blues“ zwischen April und Mai 2018 in Schlagzeuger Lee Drinkalls Yuba-Tonstudio. Die atmosphärisch groovende Musik, die Bill Amos (Bass) Geoff Bolam (Synthesizer) und Lee Drinkall (Schlagzeug) hier generieren, vertont die pessimistisch resignierenden Texte des Tausendsassas Pete Davies, der mit seinen Lyrics tief ins ausblutende Brexit-Herz trifft: Cheers bud, that´s clear as mud! Sein desillusionierter Sprechgesang ist sicherlich nicht jedermanns Sache, denn weitestgehend kommt seine Stimme ohne dynamische Sprünge und lautes Agitieren aus. Von daher greift der gern genommene SLEAFORD MODS-Vergleich nicht wirklich. „Goat Bag“ hat die Atmosphäre einer nächtlichen Autofahrt durch das von Zombies verwüstete Lincolnshire: während die Tanknadel tief im roten Bereich vor sich hin zittert, sehen die Insassen überall nur Blut und Verwesung, wo einst blühende Landschaften Hoffnung und Zuversicht verbreiteten. Die LP ist auf 200 Exemplare limitiert, 50 davon in Splattered-Grau, der Rest in Schwarz. / Marko Fellmann

xmist // 29:36 // gadwhip