pogendroblem Cover

Machen wir uns nichts vor: POGENDROBLEM ist ein idealer Name für eine Punkband! „Erziehung zur Müdigkeit“ ein herrlicher Anti-Titel zum aktuellen Selbstoptimierungswahn in den sinnlosesten Zeiten, die diese Kultur je erlebt hat, gefangen im Hamsterrad vorhandener oberflächlicher Flexibilität, oder flexibler Oberflächlichkeit, je nach dem, welches Schwein gerade geschlachtet werden muss. Zynismus und Punk ging schon immer! Von Entschleunigung übrigens weit und breit nichts zu hören! Hier wird rumgezappelt!

Nach der 2016er-CD und dem 2017er-Tape „Raus“ veröffentlichen Georg (Gesang), Frieder (Gitarre/Gesang), Marc (Schlagzeug) und Lauritz (Bass) am 21.09.2018 via Inacar-Records ihre erste LP. Bislang hatten sie so ein Asipunk-Image. Ich denke, das wird sich jetzt ändern… Bei Nummern wie „Alles Brei(tolle hallige Gitarre), „Gebrochen“ oder „Foodorable“ möchte ich jedenfalls nicht vor der Bühne stehen… Aber gerne am Rand oder hinter der Bühne! So beginnt das Album erstmal mit mächtig auf die Fresse! „Banden“ steht dem in nichts nach, bietet musikalisch aber mehr Gesamtintelligenz und hat mit dem catchy „Wir wollten Banden bilden!“-Refrain echten Hitcharakter! Na klar, es ist irgendwie auch der schnoddrige Gesang, der auf den Vorgängern noch nicht ganz so kaputt war und klar, man sollte erwähnen, dass es zwei Sänger sind! Das spielt für das Album aber keine Rolle, da letztendlich alle Tracks überzeugen. Bei „Netzwerken“ geht’s nämlich genau so weiter, bzw. es wird sogar irgendwie post-punkiger und tiefer, auch wenn es nach wie vor derbe knüppelt. „Lé Cafe C’est Moi“ erinnert mich verdammt an KRANK und hat so einen gewissen Achtzigervibe. Dann kommt auf einmal dieser wahnsinnig gute (und ziemlich tagespolitische) Song „Hambacher Forst – Hambacher Fest“ der einfach nur ein Hit ist! „Scheisswelt“ hat alles, was Punk bieten kann/muss/soll/darf! „Schnoeselpunx“ behandelt die im DIY-Punk gerne geäußerte interne Szenekritik, also wie das mit dem ganzen kann/muss/soll/darf eigentlich ist! Der sogenannte Hiddentrack „Dabbeln im Nachtbus“ ist vielleicht und hoffentlich eine noisige Andeutung zukünftiger musikalischer Möglichkeiten, das wäre schön! Kommt mit Poster, Textblatt, Aufkleber in 500 schwarzen Exemplaren! / Marko Fellmann

inacar // 18:12 // pogendroblem