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Karmacopter

GEGENTEIL – AZ Mülheim, 2011-12-17

Uhh, das war ne Sause, die es so schnell nicht wieder geben wird: GEGENTEIL zusammen mit KLOTZS und KARMACOPTER im kleinen AZ-Raum. Der Sound von GEGENTEIL war für den halbgefüllten Raum ein gefundes Fressen, noch nie hat man ein Konzert erlebt, bei dem der Mischer so wenig anwesend und nüchtern war, aber wo dennoch so ein mächtiges Pfund aus der P.A. kam – Respekt! Das Mönchengladbacher Trio kann diesen Umstand gut für sich nutzen und spielt ein gnadenlos gutes Set. Sänger Marko interagiert während der Songs mit dem Publikum, welches teils gebannt den Texten lauscht und teils in rhythmische Schwingungen verfällt. Schlagzeuger Rolf und Bassistin Andrea punkrocken ein mächtiges Fundament und die meisten Stücke sind absolut pogotauglich.  Aber auch die anderen anwesenden Bands KARMACOPTER und KLOTZS überzeugen mit intelligenten Texten fernab von jedem Parolengedresche. Alle drei sind Vertreter der DIY-Kultur, machen quasi alles selber oder im Freundesverbund. Politisch sind alle Bands dem linken Spektrum zu zuordnen, auch wenn sie keine zwingend politischen Texte machen.

KARMACOPTER – AZ Aachen, 2011-12-16

KARMACOPTER aus Mannheim geben sich die Ehre und zocken gemeinsam mit GEGENTEIL (Mönchengladbach) und KLOTZS (Siegen) im altehrwürdigen AZ Aachen. Die Musiker sind im Durchschnitt deutlich älter als das AZ-Personal, aber das spärlich anwesende Publikum im kleinen AZ-Raum gleicht die Statistik etwas aus. KARMACOPTER spielen als letzte Band an diesem nasskalten Schneesturmabend und haben einen Haufen neuer unveröffentlichter Songs im Gepäck („Darmstadt“, „Rumstehen“, „Essbesteck“, „Antiredundanz“, „Und Alle So“, „Waschecht“), von denen das melodische „Tausend Tode“ heraussticht, da es für KARMACOPTER-Verhältnisse fast schon kommerziell klingt. Die Lockerheit mit der Bastian (Bass), Christian (Schlagzeug) und Micha (Gitarre/Gesang) ihre Songs interpretieren, ist in ihrer technischen Präzision im KOPFPUNK-Bereich ziemlich einzigartig, wie ich finde.

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Review: KARMACOPTER – „California“ 7″

KARMACOPTER aus Mannheim veröffentlichen ihre zweite Platte erneut im Labelverbund mit diesmal insgesamt 7 Labels. Die edle 7“ bietet bei einer Spielzeit von 09:45 min. alles was das Vinylherz begehrt und musikalisch steht diese Band eh spätestens seit dem 2008er Vinyldebüt „Goodbye Haptik“ über den Dingen. In einer Mischung aus Punk, Crust und Stonerrock gelingt dem deutschssprachigen Trio ein solch mächtiger Sound, dass es eine Freude für die Ohren ist. Für mich die Platte des Jahres und für euch das ideale Weihnachtsgeschenk.

FFF eröffnet die EP mit Stakkatorhythmen und beschreibt in den melodischen Strophen den neuzeitlichen Konsumbedarf einer Generation, die sich über Schlussverkäufe und überhöhte Egos definiert – Form folgt Funktion. SAMY handelt von momentan wieder alltagstauglich gewordenen bürgerlichen rechten Menschen, die sich selbst aber eher als Mitte-Rechts dargestellt sehen wollen. Analog zur aktuellen Grauzonenbands-Diskussion wird die Verharmlosungstendenz hier in 0:36 min. verrockt. TOSHI kommt mächtig groovend daher und erinnert dann musikalisch stark an TRAIL OF DEAD, während es textlich um eine wütende Werbeindustriekritik handelt. VDMNLAM spielt parallel zum Titelsong CALIFORNIA mit einem Heile-Welt-Spassgesellschft-Bild, dass KARMACOPTER-untypisch in einem Fast-Refrain als furisoen Höhepunkt endet. Und wieder mal ein mächtig geiler Bass Sound: DISCO KNECHT punkrockt in bester Slackercore-Manier über biographische Gesinnungswandel und Chamäleoncharaktere. AL JARREAU spielt mit den bereits vom Vorgänger „Goodbye Haptik“ bekannten exakt gespielten Synkopen, die den typischen KARMACOPTER-Sound ausmachen. CALIFORNIA, der Titelsong,  ist wohl ein Novum – eine Stonerrock-Ballade mit Abwrackbonus. Unwirkliche Bilder aus einer US-Soap-artigen Welt treffen auf bedrohlichen Bombastrock und bilden eine depressive Scheinallianz mit zweifelhaftem Happy-End. Pflichtkauf!

Die feine ep gibts/gabs in verschiedenen Vinylkolorierungen (Foto von Debil)

VÖ: Anfang Dezember 2010

KARMACOPTER, „California“, ELFENART RECORDS, FLIGHT13, u.a., 2010

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