Suche

kopfpunk

kopfpunk@gmail.com

Schlagwort

Stöhr Sound

Review: NOPEDOSE – Alte Menschen singen alte Lieder (LP)

Nopedose 2016 Alte Menschen singen alte Lieder

Es gibt Platten, die begleiten einen über Jahre und werden immer besser, je öfter man sie hört! “Alte Menschen singen alte Lieder” von NOPEDOSE ist eine davon! Sie wird nie in irgendwelchen Charts landen, denn sie hat keinen Hit! Keine Sau wird diese Platte jemals kaufen, denn sie kostet 18€ und ist aber nicht im 3-Bezahlen-5-Mitnehmen-Warenkorb mitnehmbar. Außerdem handelt es sich hier um deutschsprachigen Post-Punk mit schlauen Texten, viel Rock und wenig Noise, aber dafür mit schrägen Ideen und Humor: das braucht wirklich keiner, oder?

An vier Wochenenden in 2016 hat das Lippstädter Trio seinen ersten deutschsprachigen Longplayer eingespielt. Tatkräftige Hilfe erhielten sie dabei von Guido Lucas und Ralf Rock im Mönchengladbacher Stöhr Sound-Studio. Es war eine gute Entscheidung den ursprünglich englischsprachigen Pfad der eigenen Discografie seit 2005 zu verlassen und auf Guido Lucas´ Rat zu hören: macht das in Deutsch! Noch 2012 nahmen NOPEDOSE nämlich den Vorgänger “Good Morning Limbic System” in der Troisdorfer Blubox auf. Von da an begann allerdings ein Prozess der Veränderung, der dann 2016 in mehreren Sessions aufgenommen wurde.

Nie dein Herz” ist der Hit der Platte, egal was ich oben geschrieben habe! In einer Mischung aus BLUMFELD, KEINE ZÄHNE IM MAUL ABER LA PALOMA PFEIFEN, BERND BEGEMANN und ERDMÖBEL erstrahlt die Siebenminutennummer voller Pathos und Inbrunst: “Begrabe deinen Stolz und alles was ich hab, der letzte Bus fährt ab!”. Ein echtes Highlight! Was für ein Opener! Was jetzt folgt, muss schlechter sein, aber nein: “Licht” geht richtig ab mit einem groovigen Schlagzeugintro und treibendem Bass, über die Gitarrist/Sänger Michael Westbomke dann seine schrammelige Rhytmusgitarre drüber legt. “Je Suis Scheisse” wird nach fast eineinhalbminütigen Intro zum härtesten Stück der Platte und hat viel Punk in sich. “Film Noir” ist genau wie “Licht” bei Auftritten ein echter Kracher und entwickelt sich auf Vinyl prächtig mit viel Feedbackfiepen im Hintergrund, einer bekloppten Orgel und einer dynamischen Rhytmusgruppe mit Lars Richter (Bass) und Heiko Spaniel (Schlagzeug). Die B-Seite startet mit dem instrumentalen und äußerst bekloppten “1-1-1+b.B.z.n.” auf welchem ein Fahrrad als Rhytmusgerät missbraucht wurde, während “Trotzenstrotzen” (mit Saxofon) und “Chemie und Pisse” starke Hamburger Schule-Einflüsse offen legen. Aber egal wie oft ich diese Platte höre: “Nie dein Herz” überstrahlt das gesamte Album so dermaßen, dass alle anderen Lieder ein Schattendasein fristen: so ist das mit Hymnen nun mal! / Marko Fellmann

stoehrsound // 43:33 // nopedose

Review: WE´VE GOT MUSCLES – HÆLLSTRŒM (EP)

Coverartwork_WeVeGotMuscles_EP

Wenn ich WE´VE GOT MUSCLES höre, muss ich immer an mein seit Jahren gekündigtes Visions-Abo denken. Genau solche Musik wurde dort, solang ich mich erinnern kann, monatlich in allen Facetten gefeatured, natürlich auch auf den CD-Beilagen. Da gab es immer eine Menge zu entdecken und das Noiserocktrio WE´VE GOT MUSCLES aus Köln hätte auch eine dieser Entdeckungen sein können.

Jetzt haben wir 2017 und das Instrumental-Trio hat sich seinen Traum erfüllt und die erste EP im Stöhr Sound Studio aufgenommen. Damit verknüpft ist die Idee der reinen Liveaufnahme, allerdings unter Studiobedingungen und ohne Publikum. Produziert wurde „Haellstroem“ an einem Tag Ende März 2017 von Ralf Rock, der bereits in den letzten zwei Jahren notgedrungen den alten bLUnOISE-Kahn weitestgehend ohne Guido Lucas manövrieren musste und schon mehrfach bewiesen hat, was er drauf hat. Lucas´ Beitrag zu „Haellstroem“ lag lediglich im Mastering, dennoch hat der kürzlich verstorbene „Noise-Papst“ in den wenigen Stunden gemeinsamen Tuns bleibenden Eindruck bei den DIY-Nerds von WE´VE GOT MUSCLES hinterlassen. Christian Noacks Gitarre ist verspielt und melodiös, technisch anspruchsvoll und im Sound absolut entdeckenswert. Thomas Gruner liefert am Schlagzeug fundamentale Basisarbeit und Henner Papies aufwendige Bassspielereien dröhnen mächtig aus den Boxen. Die Kompositionen sind allesamt episch, melodisch und vor allem instrumental. Dabei gibt sich die Musik zugänglich, ohne sich anzubiedern, versunken in Dramatik und noisig genug, um schräg zu sein. Die Titel haben Fantasienamen wie z.B. „The Kraken´s Got Tattooed Tentacles“ und die Songs haben in all ihrer Schrägheit eine hitverdächtige Zugänglichkeit. „Haellstroem“ erscheint mit einem feinen Artwork als schwarze 10“ und hat vier Tracks in knapp 20 Minuten. Das alles in einer 500er Auflage über das neue Stöhr Sound-Label. Beim Auftritt direkt neben der Band zu stehen und diese musikalische Kraft zu spüren, war ein beeindruckendes Erlebnis! Wenn man die Platte extrem laut hört, kommt das dem Konzertsound sehr nah! / Marko Fellmann

stöhrsound // 19:31 // wevegotmuscles

Review: Stöhr Sound – This is Wetschewell! (Video)

Stöhr Sound

Stöhr Sound – This is Wetschewell! Finest Noise since 2013! To be continued!

In einem der entlegensten Winkel in Mönchengladbach hat sich Guido Lucas mit seinem Blubox-Tonstudio nebst Blunoise-Label nieder gelassen. Hier zelebriert er seit Mai 2013 monatlich zusammen mit Kompagnon Ralf J.Rock ein nicht-öffentliches Spektakel, das bLUnOISE-Fest, zu welchem neue, innovative Bands eingeladen werden. Das Spektrum soll sich nicht auf ein Genre begrenzen, sondern versteht sich als Forum für Entdecker und Liebhaber.

Das Ganze findet auf Spendenbasis statt und lebt vom Miteinander. Die Atmosphäre ist freundlich, familiär und hat einen ganz, ganz hohen Wohlfühlfaktor: der Konzertraum beim Stöhr Sound ist komplett schwarz abgehangen und mit Teppichboden ausgelegt. Das hier sind ein paar Eindrücke, die unser Freund Olli gefilmt und editiert hat. Gabs 2014 als Weihnachtsgeschenk von Ralf an eine Handvoll Stammbesucher! Hier gehts zu diesem Video!

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑